Standort Gotha / Station Leinakanal

Thüringen verfügt mit dem Leinakanal über einen Schatz, der sogar international einmalig ist. Seit mehr als 650 Jahren versorgt der Leinakanal vom Thüringer Wald aus die Mitte des 12. Jahrhunderts gegründete Stadt Gotha. Gotha ist eine der wenigen Städte ohne eigenen größeren Fluss. Gelegen an der einstigen Handelsstraße Via Regia, wuchs Gotha und benötigte einfach mehr Brauch- und Trinkwasser. Der Leinakanal bringt mit einem Gefälle von zwei Prozent frisches Nass aus dem Thüringer Wald auf einer Strecke von rund 29 Kilometern bis zum Gothaer Markt. Startpunkt der künstlichen Wasserader ist der kleine Ort Schönau vor dem Walde, wo die wilde Leina einfach angezapft und zum Teil in den Kanal umgeleitet wird. Auf Befehl des damaligen Landgrafen Balthasar wurden der Kanal und die Wallgräben in Gotha angelegt. Im Jahre 1369 war das Bauwerk vollendet. Im 17. und 18. Jahrhundert erfolgten Erweiterungen, wie der Bau des Flößgrabens. Der Leinakanal setzt sich insgesamt aus drei Gewässerabschnitten zusammen:

- dem Kleinen Leinakanal, der am Hang des Langen Berges im Thüringer Wald entspringt,
- dem Flößgraben, der aus dem Wasser der Apfelstädt oberhalb Georgenthals abgezweigt wird und dem eigentlichen Leinakanal, der von Emleben nach Gotha fließt.

Am Leinakanal etablierten sich einst schätzungsweise 20 Mühlen, wie die heute noch erhaltene Emlebener Mühle oder auch die Sundhäuser Mühle. Weitere technisch und künstlerisch bemerkenswerte Bauten entstanden im Zusammenhang mit dem Kanal, die den heutigen Status eines Industriedenkmales mehr als rechtfertigen: Ein besonderes Highlight ist das Aquädukt, das exakt bei Leina/Sundhausen steht und während des Baus der Bahnstrecke Gotha-Eisenach in den Jahren 1845 bis 1847 errichtet wurde. Sinn der Sache war es, der neuen Bahnstrecke auszuweichen und die Stadt trotz der modernen Verkehrsader weiter problemlos mit Wasser zu versorgen.
Außerordentliche Bauwerke sind daneben natürlich die Wasserkunst Gotha, der Lustkanal (1730-1760), der kleine und der große Parkteich, außerdem allerlei Grotten, Brunnen und Wasserspiele in der Orangerie und in Privatgärten. Der Freundeskreis Leinakanal sorgt dafür, dass der weltweit bedeutende Bau nicht vergessen wird.

Die Wasserkunst liegt zwischen dem Schloss Friedenstein und dem Rathaus direkt am Hauptmarkt.
Pumpwerk im Lucas-Cranach-Haus | Hauptmarkt 17 in Gotha
Aquädukt Gotha am ehemaligen Bahnhof
Aquädukt
Aquädukt
Leinakanal
Leinakanal
Schmiedkunst am Aquädukt
Schmiedkunst am Aquädukt
Fließendes Wasser
Fließendes Wasser
Gabelung des Kanals
Gabelung des Kanals
Dampfmaschine Gotha
Dampfmaschine Gotha
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